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Chemie- und Pharmaberufe Verbandes

Mehr Durchsatz in der HPLC

Chromatographischer Vergleich der Rivaroxaban-Trennung: Eine vollporöse (FPP) C18-Säule (3,5 µm, 150 × 3,0 mm, oben) im Vergleich mit einer HALO 90 Å C18 Fused-Core-Säule (2,7 µm, 100 × 2,1 mm, unten). (Bild: infochroma)

Die Methode läuft stabil, die Auflösung stimmt, die Validierung ist abgeschlossen – aber die Laufzeit beträgt 45 Minuten pro Probe. Bei steigenden Probenzahlen wird das zum Engpass: nicht weil die Methode falsch ist, sondern weil sie nie auf Durchsatz ausgelegt wurde. Der Ursprung dieses Problems ist strukturell und beginnt auf Partikelebene.

Das strukturelle Problem vollporöser Partikel

Bei einem vollporösen Partikel (FPP) ist der Diffusionsweg des Analyten lang. Je höher die Flussrate, desto weniger Zeit bleibt für diesen Austausch. Dadurch fällt die Trennleistung ab und Peaks verbreitern sich.

Der naheliegende Ausweg ist ein kleinerer Partikeldurchmesser, denn je kleiner der Partikel, desto kürzer der Diffusionsweg und desto schneller kann der Analyt ausgetauscht werden. Doch dieser Ausweg hat einen direkten mechanischen Preis: Wird der Partikeldurchmesser halbiert, vervierfacht sich der Gegendruck. An konventionellen HPLC-Systemen mit Druckgrenzen um 400 bar ist damit ein praktisches Minimum gesetzt. Wer noch kleiner arbeiten will, braucht ein UHPLC-System und damit ein neues Gerät, eine neue Qualifizierung und entsprechende Kosten. Die Alternative ist keine Druckfrage, sondern eine Frage der Partikelarchitektur.

Partikelarchitektur statt Druckerhöhung

Die Fused-Core-Technologie der HALO-Säulen löst diese Begrenzung strukturell. Fused-Core-Partikel bestehen aus einem soliden Silicakern, der von einer dünnen porösen Schale umgeben ist. Der Analyt muss nur diese Aussenschicht durchdringen und nicht den gesamten Partikel.

Daraus ergeben sich zwei direkte Konsequenzen. Weil der Weg kürzer ist, wird der Analyt schneller ausgetauscht, auch wenn die Säule schneller durchströmt wird. Selbst bei höheren Flussraten, bleibt die Trennleistung somit erhalten. Peaks bleiben scharf, die Auflösung stabil. Gleichzeitig baut sich bei HALO-Säulen deutlich weniger Druck auf als bei vollporösen Partikeln vergleichbarer Effizienz, wodurch Trennungen, die sonst ein UHPLC-System erfordern, auch auf einem Standard-HPLC-System erreicht werden können.

Beispiel aus der pharmazeutischen Qualitätskontrolle

Am Beispiel der Rivaroxaban-Bestimmung lassen sich diese Effekte veranschaulichen. Die Originalmethode verwendet eine vollporöse 3,5-µm-Säule (150 × 3,0 mm) mit einer Laufzeit von 45 Minuten. Bei 210 bar. Bei einer Übertragung auf eine HALO 90 Å C18 (2,7 µm, 100 × 2,1 mm, 197 bar) verkürzt sich die Laufzeit auf 27 Minuten. Durch eine kürzere Säule wird die Laufzeit um 40 % reduziert.  Dennoch bleibt die Auflösung und der Gegendruck vergleichbar, weil Fused-Core-Partikel aufgrund ihres Schalendesigns eine höhere Trennleistung pro Längeneinheit erreichen.

Mehr Durchsatz durch die richtige Säulenwahl

Fused-Core-Technologie ist keine Nischenlösung für Speziallabors. Sie gibt eine strukturelle Antwort auf ein Problem, das die meisten analytischen Labors kennen: zu viele Proben, zu wenig Zeit, kein Budget für ein neues System. Für viele bestehende Methoden liegt der nächste Schritt näher als erwartet und beginnt bei der Säulenwahl.

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