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Chemie- und Pharmaberufe Verbandes

Umweltbranche trifft sich in Bayern

Die IFAT belegt nicht nur sämtliche Messehallen, sondern dehnt sich auch auf den Aussenbereich aus. (Bild: Messe München)

An der IFAT, Messe für Umwelttechnologien, rückt die Verzahnung von Wasserwirtschaft, Recycling und Zirkularität in den Mittelpunkt. Vom 4. bis am 7. Mai werden in München über 3000 Aussteller aus mehr als 60 Ländern erwartet, die neue Lösungen für eine kreislauforientierte Ressourcenwirtschaft präsentieren.

Mit der Ausgabe 2026 findet die IFAT Munich erstmals während 4 Tagen statt (2024 waren es 5 Tage). Fachbesucherinnen und Fachbesucher aus Industrie, Kommunen, Versorgungs- und Entsorgungswirtschaft, Ingenieur- und Planungsbüros sowie Forschungseinrichtungen nutzen die Veranstaltung als Marktplatz für Investitionsentscheidungen und Kooperationen.

Die Messe München wird an dann zum Knotenpunkt für Entscheider, technische Leitungen und Innovationsverantwortliche, die sich über aktuelle Entwicklungen in der Umwelttechnik informieren und Projekte anstossen wollen. Dank der hohen Internationalität auf Aussteller- sowie Besucherseite fungiert die IFAT (Ursprünglich von «Internationale Fachmesse für Abwassertechnik» abgeleitet) als Barometer für Trends im Bereich Regulatorik, Technologie und Geschäftsmodelle sowohl in etablierten als auch aufstrebenden Märkten der Umweltwirtschaft.

Lösungen für Wasser und Abwasser

Ein Schwerpunkt der diesjährigen Ausgabe liegt (traditionell) im Bereich Wasser- und Abwasserwirtschaft, der auf dem Messegelände eine durchgängige Kette von der Ressourcenerfassung über Aufbereitung und Verteilung bis hin zur Rückgewinnung abbildet. Besucherinnen und Besucher finden Anlagentechnik für die kommunale und industrielle Wasseraufbereitung, Systeme zur Prozesswasseroptimierung, Lösungen für die dezentral organisierte Wasserversorgung und -entsorgung sowie Komponenten zur Überwachung, Automatisierung und Digitalisierung von Infrastrukturnetzen.

Einen besonderen Stellenwert nimmt das Thema Energieeffizienz in Kläranlagen und Wassersystemen ein, etwa über Wärmerückgewinnung aus Abwasserströmen und optimierte Prozesse zur Senkung des Energieverbrauchs. Ergänzend rückten in den vergangenen Jahren resiliente Infrastrukturen, Starkregen- und Überflutungsschutz, der Umgang mit Wasserknappheit sowie der Eintrag von Spurenstoffen und Mikroplastik zunehmend ins Zentrum der Fachdebatte, die auf der IFAT 2026 mit neuen Technologien und Betreiberkonzepten fortgeführt wird.

Abfall, Recycling und Zirkularität

Unter dem Leitmotiv «Solutions for Water, Recycling and Circularity» setzt die Messe ein starkes Signal für den Umbau linearer hin zu zirkularen Wirtschaftsmodellen. Im Segment Abfall- und Rohstoffwirtschaft reicht das Spektrum von Sammel- und Sortiertechnik über moderne Aufbereitungs- und Recyclinganlagen bis hin zu digitalen Plattformen zur Stoffstromoptimierung und Geschäftsmodelle für Sekundärrohstoffe.

An der IFAT entstehen Kontakte, Ideen und Projekte für eine nachhaltigere Welt. (Bild: Messe München)

Die Veranstaltung an der Messe München adressiert gleichermassen kommunale Entsorger, private Entsorgungsunternehmen und Industrieanwender, die vor der Aufgabe stehen, gesetzliche Vorgaben zur Kreislaufwirtschaft in technisch und wirtschaftlich tragfähige Lösungen zu übersetzen. Themen wie hochwertige Kunststoffrezyklate, rohstoffeffizientes Bauen, Kreislaufkonzepte für Batterien und Elektroaltgeräte oder die Verknüpfung von Bioabfallnutzung und Energieerzeugung erscheinen hier nicht nur als technologische Einzelbausteine, sondern als integrierte Wertschöpfungsketten.

Rahmenprogramm als Innovationslabor

Das fachliche Rahmenprogramm ist im Ticketpreis inbegriffen und macht die IFAT zu weit mehr als einer klassischen Produktschau. Fachforen, Konferenzen, Diskussionspanels und Sonderveranstaltungen bringen Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Industrie, Kommunen und Wissenschaft zusammen, um über regulatorische Entwicklungen, Finanzierungsmodelle und Best-Practice-Beispiele zu diskutieren.

Live-Demonstrationen auf dem Freigelände sowie praxisnahe Vorführungen in den Hallen machen aktuelle Technologien direkt erlebbar, von mobilen Aufbereitungsanlagen über Sortiertechnik bis hin zu Einsatzszenarien für emissionsarme Nutzfahrzeuge. Ergänzt wird dies durch thematische Gemeinschaftsstände von Verbänden, Netzwerken und Regionen, die konkrete Projekte und Cluster-Initiativen sichtbar machen und den Zugang zu Ansprechpartnern aus Verwaltung, Wirtschaftsförderung und Forschung erleichtern.

Bühnen, Umgebungen, Demos und Wettbewerbe

Das Veranstaltungsprogramm bietet dem Publikum ein vielfältiges Spektrum an Formaten, um aktuelle Umweltthemen praxisnah zu erleben. Auf mehreren thematischen Bühnen wie der «Blue Stage», «Orange Stage» und «Green Stage» werden Fachvorträge, Panels und Diskussionen zu Wasserwirtschaft, Recycling und Kreislaufwirtschaft geboten. Ergänzt wird das Programm durch geführte «Lösungstouren», die zielgerichtet zu Ständen mit passenden Technologien und Angeboten führen.

In den «Spotlight Areas» erhalten Fachbesucher vertiefte Einblicke in Stoffströme, Innovationsprojekte und neueste Technologien für einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen. Für unmittelbare Praxiserfahrung sorgen «Live Demos & Wettbewerbe» auf dem Aussengelände, wo Umwelttechnik in Aktion präsentiert und Leistungsfähigkeit im Wettbewerb sichtbar wird. Junge Unternehmen präsentieren ihre Ideen in der «Startup Area», die als Plattform für Zukunftskooperationen und innovative Geschäftsmodelle dient. Das gesamte Programm mit allen Vorträgen, Panels, Live-Demonstrationen und Partnerveranstaltungen inklusive Zeiten und Orten wird in einem detaillierten Online-Veranstaltungskalender gebündelt

Zukunftsthemen: Städte, Mobilität, Klima

Quer über alle Segmente hinweg prägen Zukunftsthemen wie nachhaltige Städte und Gemeinden, klimaneutrale Infrastrukturen und intelligente, emissionsfreie Mobilitätslösungen das Programm. Urbanes Wassermanagement, grün-blaue Infrastrukturkonzepte, kreislauforientierte Quartiersentwicklung und integrierte Energielösungen rücken dabei ebenso in den Fokus wie datengestützte Planung, Monitoring und Steuerung über digitale Zwillinge und Smart-City-Plattformen.

Messeplaner

Daten: 4. bis am 7. Mai 2026
Tagesticket: zwischen 59 € und 90 €
(3-Tages und Wochen-Ticket erhältlich)
Öffnungszeiten: 9 bis 18 Uhr
Ort: Messe München
Hallen: ganzes Messegelände (von A1 bis C6)
Veranstalter: Messe München GmbH
Information: https://ifat.de


Die IFAT bietet damit einen Überblick, wie Umwelttechnologien, digitale Werkzeuge und neue Geschäftsmodelle zusammenspielen, um die Klimaschutzziele zu erreichen und gleichzeitig Versorgungssicherheit, Lebensqualität und Resilienz gegenüber Extremereignissen zu erhöhen. Für das Fachpublikum eröffnet die Veranstaltung so die Möglichkeit, technologische Innovationen im Kontext regulatorischer Rahmenbedingungen und gesellschaftlicher Transformationsprozesse einzuordnen – und die Weichen für die eigenen Projekte und Investitionen der kommenden Jahre zu stellen.

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