Offizielles Organ des Schweizerischen
Chemie- und Pharmaberufe Verbandes

Preissenkungen drosseln Medikamentenmarkt

Neue und innovative Therapien trugen dieses Jahr unterdurchschnittlich zum Wachstum des Medikamentenmarkts bei. (Bild: Envato)

Der Medikamentenmarkt in der Schweiz habe 2022 einen Umsatz von 7 Milliarden Franken zu Fabrikabgabepreisen (+6,1%) erzielt, wie Interpharma mitteilt. Laut dem Verband wurde das von der steigenden Nachfrage getriebene Wachstum im Jahr 2022 um -2,7 Prozent gedämpft . Grund dafür seien sinkende Medikamentenpreise. Gleichzeitig hätten aber Generika und Biosimilars weiter Marktanteile gewonnen.

2022 sind in der Schweiz Medikamente zu Fabrikabgabepreisen im Wert von 7,03 Milliarden Franken verkauft worden. Das Unternehmen IQVIA erhebt monatlich die Daten bei Pharmaunternehmen, Grossisten, Ärztelieferanten und Versandapotheken. Gemäss der Erhebung ist der Schweizer Medikamentenmarkt 2022 um +6,1 Prozent gewachsen. Die Anzahl verkaufter Packungen stieg um rund 10 Prozent. Dieser Zuwachs ist grösstenteils auf den gesteigerten Bedarf an Erkältungsmitteln zurückzuführen.

Neuheiten mit unterdurchschnittlichem Wachstum

Das Marktwachstum ist insbesondere auch durch den steigenden Bedarf an medizinischer Versorgung und durch die demografische Entwicklung getrieben. Neue und innovative Therapien trugen dieses Jahr indes unterdurchschnittlich zum Wachstum des Medikamentenmarkts bei. Sowohl in den Therapiegebieten Krebs (+5,8 %) als auch Autoimmunerkrankungen (+6,5 %) blieb das Wachstum deutlich hinter dem Vorjahr zurück, dies nicht zuletzt aufgrund von Patentabläufen. Gleichzeitig griffen die institutionalisierten Preissenkungen erneut und trugen dazu bei, dass das Marktwachstum um -2,7 Prozent gedämpft wurde.

Medikamentenpreise im Sinkflug

Die seit 2012 verfügten jährlichen Preissenkungen des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) tragen zu jährlich wiederkehrenden Einsparungen von über 1,2 Milliarden Franken bei den Medikamenten bei. Das BAG senkte für das Jahr 2022 die Preise von mehr als 300 Arzneimitteln – unter anderem von Medikamenten in den Bereichen Herz und Kreislauf, Infektiologie und Ophthalmologie – um durchschnittlich –10 Prozent. Die Preisüberprüfungen 2022 sind noch nicht abgeschlossen und das BAG wird weitere Preissenkungen verfügen. Gemäss Landesindex der Konsumentenpreise ist der Preisindex der Medikamente zudem zum 22. Mal in Folge gesunken, zuletzt um -2,2 Prozent im Jahr 2022. Dies zeigt, dass die Überprüfung des BAG greift und das Preisniveau der Medikamente in der Schweiz kontinuierlich sinkt.

Generika und Biosimilars gewinnen weiter Marktanteile

Der Generika-Umsatz lag 2022 mit 881,3 Millionen Franken um +8,8 Prozent höher als im Vorjahr. Auch Biosimilars weisen im Vergleich zu 2021 erneut ein substanzielles Umsatzwachstum von +40,8 Prozent auf und erzielten 2021 einen Umsatz von 134,7 Millionen Franken. Der Grund für dieses starke Wachstum liegt im Patentablauf vieler Biologika, welche die Entwicklung von Biosimilars erst ermöglichen. Biosimilars und ihre Referenzprodukte haben im kassenpflichtigen Markt 2022 einen wertmässigen Anteil von 7,2 Prozent.

www.interpharma.ch

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