Noa Schmid, Mikromechanik-Ingenieur, hat für seine Beiträge zu Geräten für die hochpräzise Handhabung von Flüssigkeiten den «CSEM Inventor Award» erhalten. Seine Zusammenarbeit mit renommierten Unternehmen führte zur Kommerzialisierung neuer automatisierter Laborgeräte, die biologische Proben schneller und genauer analysieren und so die Kosten für Diagnostik und Gesundheitsüberwachung senken.
Über 2 Jahrzehnte hinweg verbesserten seine Innovationen die Leistung von Laborgeräten für die Kontrolle und Dosierung kleinster Flüssigkeitsmengen. Solche Geräte sind von zentraler Bedeutung für die biochemische Analyse von Proben, beispielsweise zur Messung von Umweltverschmutzung, zur Entwicklung neuer Medikamente, zur Diagnose von Infektionskrankheiten oder zur Gesundheitsüberwachung.
Die Zusammenarbeit mit seinen Kollegen am CSEM führte zu 8 Patenten und vielen Kooperationen mit der Industrie, die neue Liquid-Handling-Produkte mit verbesserter Funktionalität, Genauigkeit, Geschwindigkeit und Kosteneffizienz auf den Markt brachten. Eine zentrale Errungenschaft seiner Arbeit war die Miniaturisierung von Laborgeräten unter Beibehaltung ihrer Präzision. «Kleine Geräte sind schneller, da die Flüssigkeiten kürzere Wege zurücklegen müssen», erklärt Schmid. «Durch die Verwendung kleinerer Mengen werden auch die Kosten für Reagenzien, also die für die biochemische Analyse verwendeten Chemikalien, gesenkt. Eine Herausforderung bei der Miniaturisierung besteht darin, Präzision und Zuverlässigkeit zu gewährleisten.»
Für zu Hause und im Weltraum
So entstand beispielsweise aus seiner Zusammenarbeit mit Tecan eine Pipettiermaschine, die den breitesten Volumenbereich auf dem Markt abdeckt, von Millilitern bis hin zu Mikrolitern (etwa 50 Mal weniger als ein Tropfen Blut). Eine weitere Zusammenarbeit half dem französischen Unternehmen Fluigent bei der Entwicklung und Vermarktung des ersten Geräts zur Messung winziger Flüssigkeitsströme mit einem Sensor, der nicht mit der Flüssigkeit in Kontakt kommt, wodurch das Kontaminationsrisiko verringert wird.
Zusammen mit Hamilton entwickelte Schmid eine Komponente für die routinemässige Genauigkeitsprüfung automatisierter Flüssigkeitshandhabungssysteme. Ausserdem entwarf der Ingenieur eine Pumpe, welche die normalerweise bei Flüssigkeitsströmen auftretenden Pulsationen eliminiert. Diese Technologie wurde auf der Internationalen Raumstation (ISS) in einem Durchflusszytometer eingesetzt, um Zellen und Hormone aus Blutproben von Besatzungsmitgliedern zu analysieren. Sein jüngstes, 2022 angemeldetes Patent half dem Schweizer Start-up Testmate Health bei der Entwicklung eines Geräts für den Heimgebrauch zur Diagnose von 4 sexuell übertragbaren Krankheiten anhand einer Urinprobe.
Der 2022 erstmals verliehene CSEM Inventor Award zeichnet jedes Jahr innovative und bahnbrechende Technologien aus, die sich bereits auf dem Markt bewährt haben.