Die Schweiz ist seit Jahrzehnten eine Pionierin für Wasserstofftechnologie und gehört zu den führenden Nationen bei der Forschung um den grünen Wasserstoff. 25 Jahre nach seiner Gründung am Paul Scherrer Institut präsentiert Hyropole, der Schweizer Wasserstoff-Verein, den «Hydrogen Report Switzerland 2026».
Hydropole feierte kürzlich mit über 50 führenden Experten im Bereich Wasserstoff und Power2X sein 25-jähriges Jubiläum mit einem Symposium in Bern. Dabei wurde Bilanz gezogen und den Weg in die nächste Dekade aufgezeigt. «Am Ende des letzten Jahrhunderts haben sich Forschungsgruppen und Industrieunternehmen intensiv mit Wasserstoff beschäftigt. Die Schweiz produzierte bereits seit Jahrzehnten grünen Wasserstoff aus Wasserkraft mit hocheffizienten alkalischen Elektrolyseuren», erinnert Andreas Züttel, Präsident von Hydropole und Professor für physikalische Chemie an der EPFL. «Heute ist die globale Wasserstoffproduktion auf 115 Millionen Tonnen pro Jahr gestiegen – allerdings sind weniger als 1 Prozent davon grün.
Der Verein hat in den vergangenen 25 Jahren den Wandel von der Nische zum gesellschaftlichen Thema vorangetrieben. Bereits 2004 demonstrierte Hydropole das weltweit erste Pistenfahrzeug mit Metallhydridspeicher und Wasserstoff-Verbrennungsmotor. Das Verbot von Asbest zwang die Industrie zu neuen Diaphragmen für alkalische Elektrolyseure. Entwicklungen, die durch Hydropole-Mitglieder realisiert wurden.
«Die Kernkompetenz des Vereins ist das Fachwissen und die internationale Einbindung in einer politisch neutralen Umgebung», betont Züttel. Dr. Ing. Hans Michael Kellner, Geschäftsführer der Messer Schweiz AG und Vorstandsmitglied von Hydropole, und betont die industrielle Perspektive: «Zwar stammt der grösste Teil des weltweiten Wasserstoffs bislang aus fossilen Quellen und trägt selbst zu den Emissionen bei. Doch es gibt eine oft übersehene Chance: den sogenannten farblosen Wasserstoff, der als Nebenprodukt industrieller Prozesse anfällt und mit minimalen Investitionen sofort nutzbar ist.» Kellner sieht in Metallhydriden den Schlüssel für die nächste Phase: «Metallhydride ermöglichen nicht nur sichere Speicherung, sondern auch Reinigung, thermische Verdichtung und sogar die Umwandlung von Abwärme in Strom, geräusch- und vibrationslos. Sie lösen zudem das logistische Problem der Wasserstoffversorgung und machen Wasserstofftankstellen einfacher und effizienter. Damit wird Wasserstoff nicht nur zur Alternative, sondern zur wettbewerbsfähigen Lösung für die Industrie.»
Der Hydrogen Report Switzerland 2026 zeigt, wie die Schweiz von der ersten Power-to-X-Plattform der Welt zum international anerkannten Kompetenzzentrum für Wasserstofftechnologie geworden ist. Darin wird auch die Leistung der Verbandsmitglieder dokumentiert. «Obwohl über 80 Prozent des Wasserstoffs heute in Asien produziert und verbraucht werden, liegen die Ursprünge der Technologie in Europa – und die Schweiz ist nach wie vor ein zentraler Innovationsmotor», so Prof. Züttel.